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Warum jahrgangsübergreifend?

Warum unterrichten wir jahrgangsübergreifend
an der Grundschule Fischingen?
(ab dem Schuljahr 24/25)

 

1. Veränderte Kindheit

Durch die veränderten Lebensbedingungen von Kindern in unserer heutigen Gesellschaft kann Schule nicht mehr die Schule sein, die Sie als Kind kennengelernt haben. Die Grundschule Fischingen hat es sich zum Auftrag gemacht, Ihre Kinder so gut wie möglich auf die vielfältigen Anforderungen des Lebens vorzubereiten.

Die Grundschule ist eine „Schule für alle Kinder“: Die Kinder lernen mit den unterschiedlichsten Lernvoraussetzungen und unterschiedlicher sozialer Herkunft. Es lernen verschiedene Nationalitäten miteinander, voneinander und füreinander.

Die unterschiedlichen Leistungs- und Entwicklungsstände der Kinder, sowie der bestehende Altersunterschied von 2 Jahren und mehr (z. B. durch frühzeitige Einschulung und Kinder, die ein Schuljahr wiederholen) machen die bestehende Heterogenität sehr deutlich. Einer individuellen Förderung innerhalb (normalen) Jahrgangsklassen sind Grenzen gesetzt, da Kinder, die aus dem festgelegten Rahmen fallen, die Klassengemeinschaft verlassen müssen.

Auch neuere Ergebnisse der Hirnforschung machen deutlich, dass die Annahme falsch ist, die geistig-psychische Entwicklung laufe mit dem Lebensalter parallel.

An Schulen, die jahrgangsübergreifendes Lernen praktizieren, ist eindrucksvoll zu beobachten, dass durch die natürliche Lernsituation eine insgesamt sehr entspannte Atmosphäre geschaffen wird, da die Kinder weder unter- noch überfordert werden. Weil sie voneinander lernen und füreinander da sind.

 

2. Worin liegt der Sinn der Jahrgangsmischung?

Schon in einer Jahrgangsklasse gibt es von Kind zu Kind enorme Unterschiede in Bezug auf den individuellen Leistungsstand und die Lernentwicklung. Die Entwicklungsunterschiede können auch in so genannten „ho­mogenen“ Jahrgangsklassen bis zu drei Jahre betragen.

Diese Unterschiedlichkeit vergrößern wir noch durch die Bildung von jahrgangsüber-greifenden Lerngruppen. Wir sehen die Unterschiedlichkeit nämlich nicht als Problem an. Im Gegenteil, wir nutzen die Heterogenität, indem Kinder unterschiedlichen Alters und Entwicklungsstandes miteinander lernen, selbstständig arbeiten und nötigenfalls Hilfe von anderen Kindern erhalten können. Wie selbstverständlich können Kleine von Großen lernen. Versagensängste und die leidvolle Konkurrenz mit anderen, schnelleren Kindern werden relativiert, das Lernklima wird entspannter. Verglei­che untereinander werden unnötig, weil jedes Kind individuell arbeiten kann. Gerade für die Kinder ohne regelmäßige Erfolgserlebnisse ist es eine wichtige Erfahrung, innerhalb einer Klasse, in der jüngere Kinder dazukommen, selbst zum Helfer zu werden. Durch diesen immer wieder möglichen Rollenwechsel innerhalb der festen Bezugsgruppe erfährt jedes Kind Kompetenzerlebnisse. 

Selbst- und Sozialkompetenz erweitern sich durch dieses Konzept erheblich. Wir gehen davon aus, dass diese Kompetenzen in einer Gesellschaft der Zukunft von zentraler Bedeutung sein werden.

 

3. Welche Vorteile bietet das jahrgangsübergreifende Lernen?

Wir sehen die bestehenden Unterschiede in der Lernentwicklung der Kinder nicht als Defizite, sondern betrachten jedes Kind in seiner Individualität als Mensch mit Stärken und Schwächen. Lernen wird nicht behindert, sondern durch die unterschiedlichen Kenntnisse und Entwicklungsstände der Kinder bereichert.

 

Vorteile der Jahrgangsmischung:

·       Die Kinder wachsen in eine bestehende Klassengemeinschaft hinein und können sich an älteren Schülern orientieren.

·       Schüler übernehmen bestehende Rituale und vereinbarte Regeln.

·       Die Kinder lernen voneinander erfolgreich erprobte und funktionierende Lernstrategien.

·       Die Kinder lernen voneinander wie bei Geschwistern.

·       Die Kinder erleben in ihrer Schulzeit den Perspektivwechsel vom Hilfesuchenden zum Helfer.

·       Ältere Schülerinnen und Schüler werden zu Experten und Lernhelfern für jüngere. Dabei wiederholen sie Themen und müssen diese einem anderen Kind erklären. So findet Wiederholung auf einem höheren Lernniveau statt.

·       Die Übernahme von Verantwortung stärkt das Selbstvertrauen.

·       Kinder erleben die Unterschiede in der persönlichen Entwicklung, im eigenen Lernstand und in der eigenen Interessenbildung als normal.

·       Altersgemischte Gruppen erfordern – bedingt durch die Gruppenoffenheit und das breite Beziehungsspektrum – ein höheres Maß an Toleranz, Achtung und Rücksichtnahme. Es ist eine geringere Bedeutung der Rangfolge zu beobachten.

·       Altersgemischte Lerngruppen bieten die Chance, sich mit Kindern anderen Alters ungezwungen auseinanderzusetzen. Dieses unterstützt die soziale Entwicklung.

·       Patenschaften, Helfersysteme, Partnerarbeit und Kooperation gewinnen eine große Bedeutung

In jahrgangsgemischten Gruppen steht die individuelle Entwicklung der Kinder im Vordergrund. Jeder, ob jünger oder älter, ob begabt oder schwächer, ob schneller oder langsamer, ob hochbegabt oder mit Bedarf an sonderpädagogischer Förderung, kann entsprechend seiner Entwicklung erfolgreich lernen, kann anderen Hilfen geben oder von anderen Hilfen annehmen.

 

 

4. Welche Vorteile bieten jahrgangsübergreifende Klassen 1-4 im Vergleich zu
     jahrgangsübergreifende Klassen 1/2 und 3/4?

Durch die längere, gemeinsame Lernzeit der Kinder untereinander und mit der Lehrkraft verstärken sich die positiven Einflüsse von jahrgangsübergreifenden Klassen. Es findet keine Unterbrechung mehr nach der 2. Klasse statt.
Außerdem können an unserer kleinen Grundschule (nur 2 Klassen) die Lehrkräfte besser zusammenarbeiten und für beide Klassen ein Lernkonzept entwickeln.

 

 

5. Wie erleben die Erstklässler die ersten Schulwochen an unserer Schule?

Ein Arbeiten, Spielen und Lernen in jahrgangsübergreifenden Gruppen kennen die Erstklässler bestens aus dem Kindergarten. Dort haben sie alle notwendigen Grundlagen (gegenseitige Rücksichtnahme, Hilfen holen, Hilfen akzeptieren) schon erlebt und gelernt. Neu für die Erstklässler ist das gezielte Arbeiten an vorgegebenen Aufgaben.
Damit die Neuen diese Fähigkeiten gut erlernen können, verbringen sie die ersten Schulwochen noch gemeinsam als feste Gruppe in einem eigenen Klassenraum mit einer eigenen Lehrerin. Dort werden spezielle Fähigkeiten und Kenntnisse wiederholt und eingeübt. Ebenso wird  die Arbeitsweise und der Umgang mit den Lehrwerken und dem Zusatzmaterial aus den Regalen erklärt und verinnerlicht.
Wenn ein Kind zeigt, dass es mit den Materialien verantwortungsbewusst und selbstständig arbeiten kann, darf es die Gruppe verlassen und sich im eigenen Tempo mit den neuen Inhalten beschäftigen. Dabei wird es eng von der Lehrkraft begleitet, bis es seinen Lernprozess selbst gestalten und organisieren kann. Regelmäßige Kontrollen und Rückmeldungen (Feedback-Gespräche) zeigen, dass das Kind auf dem richtigen Weg ist oder wo es noch Unterstützung benötigt.
So werden die Erstklässler Schritt für Schritt und zu unterschiedlichen Zeiten in die jahrgangsübergreifenden Gruppen eingebunden und an das individuelle Arbeiten an den Plänen herangeführt.

Adresse

GS Fischingen
Im Herrengarten 20
72172 Sulz-Fischingen

Unsere Werte

Wir pflegen in unserer Schule, auch in Konfliktsituationen, einen wertschätzenden Umgang miteinander. Wir verstehen uns als eine demokratische Schulgemeinschaft, die christliche Werte lebt.

Kontakt

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